In einem früheren Beitrag haben wir uns bereits damit beschäftigt, wie Sie gutes Personal für Ihre Station finden und dauerhaft halten können. Unter dem Punkt „Entlohnung“ haben wir dabei das Thema außerdienstliche Aktivitäten schon kurz angerissen. Allerdings haben wir diese mehr unter dem Gesichtspunkt betrachtet, dass solche Angebote Sie als Arbeitsgeber attraktiver machen. In diesem Beitrag wollen wir uns nun damit beschäftigen, wie solche Aktivitäten dazu beitragen können ein starkes Team aus Ihren Mitarbeitern zu machen und welche Möglichkeiten Ihnen dafür sonst noch zur Verfügung stehen. Dabei müssen Sie nicht gleich das Silberbesteck herausholen – wir zeigen Ihnen wie sie bereits mit einem kleinen Budget aus Ihren Mitarbeitern ein echtes Team machen und welche Möglichkeiten für Sie und Ihr Team am passendsten sind.

1. Die Basics – Vorstellung neuer Mitarbeiter/Mitarbeiterportrait

Kosten: keine

Zeit: einmalig 30 Minuten zur Erstellung

Geeignet für: Einzel- und Mehrbetreiber

Beschreibung: Oft werden neue Mitarbeiter dem Team kaum vorgestellt. Mehr als der Name und der Aufgabenbereich werden leider nur selten kommuniziert. Das ist äußerst Schade, weil Sie hier mit wenig Aufwand sehr viel erreichen können. Erstellen Sie einfach einmalig einen Steckbrief für Ihre neuen Mitarbeiter und bitten Sie diese ihn am besten noch vor dem ersten Arbeitstag zur Verfügung zu stellen.
Hier haben Sie die Gelegenheit neben den Standardauskünften (Alter, Wohnort, vorherige Anstellung, Hobbies etc.) auch kreative und persönliche Fragen zu stellen, z.B.:

  • Das besitze ich seit meiner Kindheit…
  • In meinem Kühlschrank habe ich immer…
  • Mein erstes Geld habe ich verdient, indem ich…
  • Meine größte Macke ist…
  • Davon kriege ich nie genug….
  • Mein Lebensmotto lautet….

Den Steckbrief stellen Sie Ihren Mitarbeitern am besten zentral zur Verfügung. So baut Ihr Team schon vorab eine Beziehung zu Ihrem neuen Mitarbeiter auf.
Neben der Vorstellung neuer Mitarbeiter lohnt sich allerdings genauso die Erstellung von monatlichen Mitarbeiterportraits. Hier können sich auch Ihre alt eingesessenen Mitarbeiter vorstellen, über die schönsten und schlimmsten Momente und Situationen berichten oder allgemein mehr von sich preisgeben.

Anmerkungen: An kleinen Stationen mit wenigen Mitarbeitern lohnt sich selten ein monatliches Portrait. Bitten Sie Ihre Mitarbeiter allerdings trotzdem einen Fragebogen auszufüllen. So können auch neue Mitarbeiter mehr über das Team erfahren. Mehrbetreiber sollten die Vorstellungen/Portraits unbedingt stationsübergreifend zur Verfügung stellen, um das Kennenlernen zwischen den Stationen zu erleichtern.

2. Die Basics – Mitarbeiterrunden

Kosten: keine, bzw. Arbeitszeit der Mitarbeiter

Zeit: ca. 1,5 Stunden

Geeignet für: Einzel- und Mehrbetreiber (min. 3 Mitarbeiter)

Beschreibung: Regelmäßige Mitarbeiterrunden sorgen dafür, dass Probleme schneller angesprochen und Konflikte frühzeitig gelöst werden. Außerdem haben Sie und Ihre Mitarbeiter dabei die Gelegenheit sich besser kennenzulernen. Es bietet sich daher an, sich einmal im Monat mit seinen Mitarbeitern zusammenzusetzten und einen offenen Dialog zu führen. Nutzen Sie die Zeit, um mit Ihren Mitarbeitern Ankündigungen und Arbeitsabläufe zu besprechen, aber lassen Sie auch Ihre Mitarbeiter zu Wort kommen. Lassen Sie jeden Mitarbeiter folgende Fragen beantworten:

  • Was ist letzten Monat gut gelaufen / hast du etwas Positives erlebt, das du mit uns teilen möchtest?
  • Was ist letzten Monat nicht so gut gelaufen / in welchen Situationen hattest du Probleme?
  • Gibt es deiner Meinung nach etwas, das wir noch verbessern können / an dem wir als Team arbeiten können?

Wichtig ist dabei, dass Sie auf Ihre Mitarbeiter eingehen und versuchen gemeinsam mit dem Team Lösungen zu finden. Auch der Umgangston ist entscheidend. Als Arbeitsgeber fällt Ihnen die Moderationsrolle zu. Sorgen Sie deshalb für ein entspanntes Umfeld und vermeiden Sie Schuldzuweisungen. Damit gemeinsam erarbeitete Vorschläge nicht in Vergessenheit geraten ist es sinnvoll ein Protokoll zu führen. So können auch Fortschritte besser festgehalten werden.

Anmerkungen: Die Gruppengröße für solche Mitarbeiterrunden sollte im Idealfall nicht mehr als 10 Personen betragen. Bei einer höheren Mitarbeiterzahl lohnt es unter Umständen mehr Gruppen zu bilden und diese dann monatlich zu wechseln. Mehrbetreiber können solche Gruppen auch stationsübergreifend mit den Stationsleitern einführen.

3. Teambuilding – regelmäßige Aktivitäten

Kosten: keine – niedrig

Zeit: abhängig von Aktivität

Geeignet für: Einzel- und Mehrbetreiber (min. 3 Mitarbeiter)

Beschreibung: Mit regelmäßigen außerdienstlichen Aktivitäten fördern Sie den Zusammenhalt und das Arbeitsklima. Es geht darum Gemeinsamkeiten zu finden und diese zu teilen. Das Team hat so die Gelegenheit sich privat näher kennenzulernen. Was dabei für Sie und Ihre Mitarbeiter am besten funktioniert, kommt dabei ganz auf Ihr Team an. Hier finden ein paar Ideen für verschieden gestrickte Teams:
Team „sportlich“

  • Jogging
  • Fahrrad fahren
  • Schwimmen
  • Klettern
  • Fußball-/Volleyball-/Handball
  • Kampfsport
  • u.s.w.

Team „aktiv“

  • Bogenschießen
  • Bowling/Kegeln
  • Wandern
  • Joga/Pilates
  • Tanzen
  • Darts
  • u.s.w.

Team „indoor“

  • Kochen/ Backen
  • Basteln/ Werken/ DIY
  • Stricken/ Nähen /Häkeln
  • Poker/Bingo/Spieleabend
  • u.s.w.

Anmerkungen: Je nachdem welche Aktivitäten für Ihr Team passen und wie sehr Sie sich einbinden möchten sinken oder steigen hier Ihre Ausgaben. Ein Joggingtreff oder Fahrradtreff (z.B.: montags und donnerstags) erfordert so gut wie keinen Aufwand Ihrerseits (natürlich wäre es aber von Vorteil, wenn Sie mitmachen) und verursacht auch keine Kosten. Hier braucht es nur motivierte Mitarbeiter.
Bei anderen Sportarten und Aktivitäten sieht es wieder anders aus. Allerdings können Sie hier relativ variabel bestimmen, wie viel Sie ausgeben möchten. Bei einem Kochtreff (z.B. monatlich) könnten Sie regelmäßig eine geeignete Location für Ihre Mitarbeiter komplett anmieten oder nur bezuschussen. Der Kochtreff könnte aber auch abwechselnd bei den Teilnehmern daheim stattfinden und Sie bezahlen Zutaten oder bezuschussen Sie.
Egal wie viel Sie bereit sind auszugeben und für welche Aktivitäten Sie sich entscheiden, es kommt hier ganz auf die Motivation Ihrer Mitarbeiter an. Fragen Sie ob und wofür Interesse besteht, wie oft solche Treffen stattfinden sollten und was sich Ihre Mitarbeiter erwarten. Gerade bei Mehrbetreibern stehen die Chancen gut, dass sich stationsübergreifend Gruppen ausbilden, die sich regelmäßig verabreden. Bei einer kleinen Mitarbeiterzahl lohnen sich meist eher monatliche Events, die sich abwechseln (z.B. 1x Kochen, 1x Wandern, 1x Spieleabend etc.)

4. Teambuilding – Firmenfeiern

Kosten: nach Ermessen

Zeit: abhängig von Art der Feier

Geeignet für: Einzel- und Mehrbetreiber (min. 3 Mitarbeiter)

Beschreibung: Die Firmenfeier ist der absolute Klassiker wenn es darum geht, dass sich die Mitarbeiter auch mal in einem etwas privateren Rahmen kennenlernen sollen – allen voran die Weihnachtsfeier. Neben dem Kennenlernen geht es dem Arbeitgeber auch oft darum die Mitarbeiter zu belohnen, weshalb der Gürtel hier bei vielen nicht so eng geschnallt wird wie sonst. Häufig laufen die meisten Firmenfeiern allerdings nach dem gleichen Schema ab: Begrüßungsrede – Essen – Tanzen. Daran gibt es im Prinzip auch nichts auszusetzten. Allerdings sollten Sie hier die Chance nutzen und außerdem ein paar Teamaktivitäten mit einplanen. Dabei sind Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt. So können die „Klassiker“ wie ein Dreibeinlauf, Pantomime/Montagsmaler oder ein Wissensquiz genauso erfolgreich sein wie außergewöhnliche Spiele/Aktivitäten (unser Tip: Kindheitserinnerungen. Bitten Sie Ihr Team im Vorfeld um Fotos aus der Kindheit und raten Sie später gemeinsam, wer auf welchem Foto zu sehen ist) Wichtig ist nur, dass die Aktivitäten das Kennenlernen oder den Teamzusammenhalt fördern.

Anmerkungen: Auch hier variieren Ihre Möglichkeiten natürlich stark nach Teamgröße und Art der Feier. Im Internet lassen sich für fast alle Gelegenheiten und Gruppengrößen gute Spiele/Aktivitäten ausfindig machen. Wer ein eher kleines Team hat, kann sogar darüber nachdenken aus dem typischen Restaurantbesuch direkt ein Erlebnisevent zu machen (Paintball/Krimidinner/Exit-Games etc.).

5. Teambuilding – spezielle Events

Kosten: ab ca. 20€ pro Person

Zeit: abhängig von Event

Geeignet für: Einzel- und Mehrbetreiber (min. 3 Mitarbeiter)

Beschreibung: Während die bisher genannten Aktivitäten das Teambuilding eher begleitend zum Arbeitsalltag fördern, macht es durchaus Sinn, ca. 1x im Jahr mit seinem Team an einem Event teilzunehmen, welches speziell das Teambuilding fördert. Ob Sie sich dabei für ein outdoor oder indoor Event, etwas Sportliches oder Kniffliges oder sogar für einen Coach entscheiden, ist wieder ganz Ihnen und den Präferenzen Ihres Teams überlassen. Wir haben hier für Sie einige beliebte und kreative Teambuilding-Event zusammengetragen:

  • Exit-Games
  • Paintball
  • Lasertag
  • Klettergarten
  • Geocatching
  • Kochkurs
  • Floßbau und –Fahrt
  • Segeln/Kanu/Rafting
  • Bubble-Soccer
  • Krimi-Event
  • Mediationsseminar
  • v.m.

Fazit:

Wer ein starkes Team hinter sich wissen möchte, sollte auch aktiv etwas dafür tun. Das spezielle Teambuilding-Events durchaus sinnvoll und gefragt sind, lässt sich dabei an der großen Zahl von Anbietern erkennen. Doch es muss nicht immer so ausgefallen sein. Oft reichen schon ein paar Veränderungen und Anstöße, um den Zusammenhalt und das Arbeitsklima wesentlich zu verbessern. Haben Sie noch ein paar nützliche Tipps? Dann hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar!

Als wir zuletzt einem unserer Kunden unser Feedback-Modul vorgestellt und ihn auf die Internetpräsenz seiner Station aufmerksam gemacht haben, staunte dieser nicht schlecht: Seine Station war im Internet bewertet worden – mehrfach, auf verschiedenen Portalen und ohne sein Wissen.

Doch er ist damit nicht allein. Viele Tankstellenunternehmer legen großen Wert auf den persönlichen Kundenkontakt und vergessen dabei oft das Internet. Haben Sie denn schon mal Ihre eigenen Stationen gegoogelt? Das Ergebnis könnte Sie überraschen.

Bei unserem Kunden waren die Bewertungen zum Glück fast durchweg positiv. Allerdings kann schon eine negative Bewertung ärgerlich sein, vor allem wenn diese schon ein paar Wochen zurück liegt und man nicht mehr nachvollziehen kann, wo genau das Problem lag.

Generell liegt so ein Fall natürlich schwierig – man wird weder über neue Bewertungen informiert, noch kann man zu diesen Stellung nehmen. Es empfiehlt sich hier also schnellstens die Inhaberschaft zu beantragen und das Bewertungsmanagement in die eigene Hand zu nehmen. Allerdings gibt es bereits Gesellschaften, die dies stellvertretend für ihre Pächter und Partner tun und die Bewertungen zentral beantworten. In diesem Fall empfiehlt sich zumindest regelmäßig durch die Bewertungen zu gehen, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Jetzt mag der ein oder andere vielleicht an der Relevanz solcher Online-Bewertungen zweifeln. Schließlich liest sich doch niemand eine Bewertung durch, bevor er noch schnell mal eben zur nächstgelegenen Station fährt um zu tanken und die Stammkunden kennt man sowieso oder? Hier ist die Antwort ein klares „Jein“.

Bei Not- und Spontankäufen werden sich tatsächlich die wenigsten von einer schlechten Bewertung davon abhalten lassen. Auch die Stammkunden sind richtigerweise nicht so leicht von schlechten Bewertungen im Internet zu erschüttern. Doch was ist mit der breiten Masse an Kunden neben den Notkäufen und Stammkunden? Hier fallen Online-Bewertungen durchaus ins Gewicht. Wer auf Google nach einer Tankstelle in seiner Nähe sucht, kriegt die Bewertungen gleich mitgeliefert. Wer würde nicht eher zur 5 Stern Station fahren, als zur 3 Stern Station, wenn beide gleich weit entfernt sind und die gleichen Spritpreise anbieten?

Doch nicht nur Neukunden können hier verloren gehen. Wer im Internet eine Bewertung abgibt, hat oft Verbesserungsvorschläge oder Kritik abzugeben. Wenn Sie diese nicht lesen, können Sie logischerweise keine Verbesserungen vornehmen und wenn Sie sich zu Kritik nicht äußern fühlt der Kunde sich nicht ernst genommen. Wer hier hingegen auf die Bewertungen eingeht, kann die Kundenbindung erhöhen und so aus Neukunden Stammkunden machen.

Noch besser jedoch als nur auf Bewertungen im Internet zu reagieren, ist aktiv zu werden. Schließlich geht es um Ihre Station, Ihre Außenwirkung und nicht selten auch Ihren Namen. Wer also mehr Kontrolle über seine Außenwirkung haben möchte, sollte zusätzlich Kundenfeedback direkt an der Station einholen. Dies hat gleich mehrere Vorteile:

  1. Das Feedback landet direkt bei Ihnen. Ihre Kunden können Ihnen ihre Wünsche und Kritik direkt mitteilen. Es landet nicht mehr so viel im Internet und sie können besser nachvollziehen wieso es zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einer bestimmten Bewertung kam.
  2. Sie bekommen Informationen, die Sie sonst nicht kriegen. Wenn Sie Ihre Kunden aktiv befragen, können Sie so auch gezielt Informationen über z.B. die Sauberkeit oder die Kundenfreundlichkeit an Ihrer Station einholen.
  3. Sie können Ihre Station optimieren. Wünschen sich Ihre Kunden bestimmte Produkte in Ihrem Sortiment? Wäre es sinnvoll einen Paketshop in der Station zu eröffnen? Wer hier die richtigen Fragen stellt kann seine Station noch besser an die Bedürfnisse seiner Kunden anpassen.

Natürlich werden Sie dadurch die Bewertungen auf Google und co. nicht verhindern – das ist auch nicht der Sinn der Sache. Allerdings können Sie Ihre Außerwirkung durch eine hauseigene Bewertungsmöglichkeit wesentlich besser steuern. Deshalb empfiehlt sich diese zusätzlich zur Beantragung der Seiteninhaberschaft auf Google, Yelp und co.

Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, sollte sich in diesem Zusammenhang außerdem kritisch mit den großen Social Media-Angeboten auseinandersetzten, allen voran Facebook. Auch hier werden gerne Bewertungen abgegeben. Diese sind zwar nicht so präsent wie z.B. Google Bewertungen, dafür aber oftmals wesentlich emotionaler. Wer auch hier über Bewertungen benachrichtigt werden und sich dazu äußern möchte, sollte die Inhaberschaft beantragen oder einfach eine neue Unternehmensseite erstellen. Neben dem reinen Reagieren auf Bewertungen haben Sie hier außerdem die Möglichkeit Ihre Station zu bewerben.

Fazit:

Im Internet wird heutzutage alles gerne bewertet ¬– vom Wickeltisch zum Friseurbesuch und in den meisten Fällen auch Ihre eigene Station. Solche Bewertungen beeinflussen Ihre Kunden und verbreiten sich im Internet auch ohne Ihr zutun. Wer sich deshalb zumindest nicht ein wenig mit dem Thema auseinandersetzt, kann schnell von der Konkurrenz abgehängt werden. Setzten Sie sich deshalb einmal genauer mit Ihrer Außenwirkung auseinander, denn das Internet vergisst nicht.
Sehen Sie das genauso? Was ist Ihre Meinung zu dem Thema? Wir freuen uns über Ihre Beiträge in den Kommentaren!


Wenn wir uns ein bisschen länger mit unseren Kunden über die Herausforderungen unterhalten, welche das Tankstellengeschäft für sie bereit hält, landen wir früher oder später fast immer beim gleichen Thema – die Personalfindung. Fast immer wird darüber geklagt, dass es kaum noch möglich ist dauerhaft gutes Personal zu finden. Das ist kein Wunder – niedrige Arbeitslöhne, Wochenend- Feiertags- und Nachtschichten, schwierige Kunden und ein hoher Zeitdruck sind keine Seltenheit.

Notgedrungen werden deswegen viele Aushilfen und Minijobber eingestellt oder es wird schlicht und ergreifend in Unterbesetzung gearbeitet. Nicht selten wird so eine Übergangslösung zum Dauerzustand. Oft hat man ungewollt einen hohen Durchlauf an Personal und bleibt auf dem Mehraufwand sitzen. Man muss ständig neue Mitarbeiter einlernen, verwalten, ins Team integrieren und das nötige Vertrauen aufbauen. Das kostet Zeit und Nerven.

Die meisten Tankstellenunternehmer wünschen sich Mitarbeiter, denen man verantwortungsvolle Aufgaben übertragen kann und die dauerhaft an der Station bleiben. Wie soll man allerdings solche Mitarbeiter finden? Wir haben hier 6 Tipps zusammengefasst, wie Sie qualifizierte Mitarbeiter für Ihre Station finden und vor allem auch binden.

1. Die Stellenausschreibung – wichtiger als gedacht

Der erste Schritt bei der Beschaffung von gutem Personal ist die Stellenausschreibung. Leider hapert es hier schon bei den meisten. Was oft vergessen wird ist nämlich, dass die Stellenausschreibung zunächst einmal Ihre Bewerbung an Ihren zukünftigen Mitarbeiter ist. Sie stellen sich hier als Arbeitgeber vor. Sie zeigen hier was Sie erwarten, aber auch was Sie bieten. Gute Bewerber nehmen sich die Zeit ihre Bewerbung interessant und aussagekräftig zu gestalten. Genau das Gleiche sollten Sie auch tun. Achten Sie auf die Darstellung. Gerne können Sie auch Bilder von Ihrem Team oder Ihrer Station verwenden. Nennen Sie nicht einfach nur stupide die Anforderungen an die Stelle, sondern erwähnen Sie auch was Sie zu bieten haben. Vermitteln Sie schon in der Stellenbeschreibung, dass Sie Wert auf gutes Personal legen und dies auch zu schätzen wissen.

Und vor allem: Verwenden Sie nicht die 0815-Phrasen sondern werden Sie kreativ und zeigen Sie, dass Sie sich Gedanken gemacht haben!

Nicht zuletzt ist natürlich auch das “Wo“ entscheidend. Wer in einer eher ländlichen Gegend nach Personal sucht ist vielleicht mit der klassischen Zeitungsannonce im örtlichen Wochenblatt gut bedient. Oft sind allerdings Annoncen beim Amt für Arbeit und in Online-Jobbörsen (indeed.com und eBay-Kleinanzeigen seinen hier als kostenfreie Anbieter genannt) effizienter, weil sie eine breitere Masse erreichen. Auch Social Media kann zielführend sein. Wer mit Facebook und co. ein wenig Erfahrung hat, kann mit wenigen Klicks Anzeigen schalten, die speziell potentielle Mitarbeiter erreichen.

Weitere Tipps und eine Anleitung, wie man die perfekte Stellenanzeige schreibt finden Sie hier.

2. Das Bewerbungsgespräch – eine Möglichkeit sich kennenzulernen

Auch beim Bewerbungsgespräch gilt es verschiedene Punkte zu beachten. Wie bei der Stellenanzeige geht es hier nicht nur darum, dass der Bewerber sich bei Ihnen vorstellt, sondern auch darum, dass Sie Ihr Unternehmen und sich selbst als zukünftiger Vorgesetzter vorstellen. Fragen Sie nicht nur nach den Kompetenzen des Bewerbers, sondern auch nach seinen Erwartungen an die Stelle und das Unternehmen. Erzählen Sie von Ihrem Team, wie Sie aufgestellt sind und welche Rolle der Bewerber dort zukünftig einnehmen soll. So entwickeln Sie schnell ein Gefühl dafür, was den Bewerber antreibt und ob er in Ihr Team passt.

Apropos Team: Nehmen Sie ruhig einen Mitarbeiter, z.B. Ihren Stationsleiter oder den Mitarbeiter, welcher später am engsten mit dem Bewerber zusammenarbeiten wird, mit ins Gespräch. Dies hat gleich mehrere Vorteile: Sie bekommen eine zweite Meinung und können besser einschätzen, ob der Bewerber gut ins Team passt und Sie signalisieren damit dem Bewerber, sowie Ihren Stammpersonal, dass Sie die Meinung Ihrer Mitarbeiter wertschätzen.

3. Die Entlohnung – Gute Arbeit muss entsprechend belohnt werden

Hier kommen wir auch schon zum heikelsten Punkt – die Vergütung. So gerne der ein oder andere Tankstellenbetreiber seine Mitarbeiter gerne besser bezahlen würde, das Budget scheint höhere Löhne schlicht und ergreifend oft nicht herzugeben. Doch lohnt es sich hier noch einmal nachzurechnen. Rechnen Sie einmal gegen, viele Kosten damit verbunden sind ständig neues Personal zu suchen, es einzulernen und wie teuer Sie Fehler zu stehen kommen, die in dieser Phase natürlicherweise passieren. Das sind versteckte Kosten, die Sie auch in Ihre Kalkulation mit einbeziehen sollten (vor allem bei der Jahresbudgetplanung). Außerdem ist der Wert eines gut eingespielten Teams und eines reibungslosen Ablaufs nicht zu unterschätzen. Es erspart Ihnen viel Stress und lässt Ihnen mehr Zeit für die wichtigen Dinge.

Das bedeutet nicht, dass Sie sich in Unkosten stürzen, aber kalkulieren Sie auch die verstecken Kosten und den Kosten/Nutzen mit ein. Außerdem ist es sinnvoll Anreize durch Prämien zu schaffen. Setzten Sie beispielsweise das „Aktive Verkaufen“ ein, dann belohnen Sie Ihre Mitarbeiter doch für das Erreichen von Zielen und gute Verkaufsquoten. Schließlich erwirtschaften diese auch einen Mehrwert für Sie.

Es muss aber nicht immer gleich mehr Lohn sein. Neben der Bezahlung können Sie auch andere Anreize für Ihre Mitarbeiter schaffen. Wussten Sie z.B. das Sie Ihren Mitarbeitern steuerfrei Sachzuwendungen (Gutscheine, Jobticket etc.) im Wert von 44€ monatlich zukommen lassen können? Oder wie sieht es eigentlich mit einem Mitarbeiterrabatt aus? Hier können Sie sparen und Ihren Mitarbeitern trotzdem etwas bieten.

Doch es geht sogar noch günstiger. Wie wäre es mit einem gemeinsamen Joggingtreff, regelmäßigen Wanderausflügen oder einem Kinotreff? Das mag zunächst mehr nach großen Unternehmen und weniger nach Tankstelle klingen und ist zugegebenermaßen oft auch erst ab einer gewissen Anzahl von Mitarbeitern sinnvoll, aber solche Angebote machen Sie als Arbeitgeber attraktiver. Laden Sie Ihre Mitarbeiter zu regelmäßigen Events (z.B. gemeinsames Keksebacken mit Kindern und Partnern zur Weihnachtszeit) außerhalb der Arbeitszeiten ein. Das steigert nicht nur den Zusammenhalt Ihres Teams, sondern Sie zeigen so auch potentiellen Bewerbern, dass Ihnen Ihre Mitarbeiter am Herzen liegen.

4. Der Arbeitsalltag – Kommunikation ist alles

Es klingt erst einmal banal, aber reden Sie mit Ihren Mitarbeitern! Stellen Sie sich für regelmäßige Mitarbeitergespräche (1x im Monat oder zumindest 1x im Quartal) zur Verfügung. Wichtig ist dabei, dass Sie Ihren Mitarbeitern nichts aufzwingen und Ihre Tür trotzdem offen steht. Dadurch können Sie frühzeitig auf Probleme reagieren und das Arbeitsklima verbessern. Besonders vor und nach der Einführung neuer Abläufe oder Maßnahmen sind solche Feedback-Gespräche wichtig. Hören Sie dabei Ihren Mitarbeitern genau zu und gehen Sie verantwortungsvoll mit deren Wünschen und Kritik um.

Vor allem Mitarbeiter die schon lange in einem bestimmten Bereich arbeiten und Verbesserungsvorschläge anbringen tun dies nicht ohne Grund. Meistens möchten sie damit dem Unternehmen und sich selbst viel Mühe ersparen. Nehmen Sie solche Vorschläge erst und überprüfen Sie diese, denn Ihre Mitarbeiter kennen sich hier oft besser aus – es ist schließlich ihr Verantwortungsbereich. Sollten Sie die Vorschläge nicht umsetzten können oder wollen, dann erklären Sie Ihren Mitarbeitern auch wieso. Ein „Nein“ ohne Begründung, kann dafür sorgen, dass sich Ihr Mitarbeiter nicht wertgeschätzt fühlt und ihn demotivieren.

Auch bei Entscheidungen, die Arbeitsabläufe und Neuanschaffungen betreffen, kann es sinnvoll sein Ihre Mitarbeiter miteinzubeziehen. Das soll nicht heißen, dass Sie Ihren Mitarbeitern bei allem ein Stimmrecht einräumen, allerdings sind frühzeitige Information und Kommunikation wichtig. So bekommen Ihre Mitarbeiter nicht das Gefühl, dass alles über ihre Köpfe hinweg entschieden wird.

5. Richtig motivieren – keine gute Tat bleibt ungesühnt

Auch das mag banal klingen, wird aber leider in der Praxis viel zu selten getan: loben Sie Ihre Mitarbeiter! Dabei ist das richtige Maß das A&O. Wenn Sie jeden Mitarbeiter täglich für jede Kleinigkeit loben, verliert Ihr Lob schnell an Bedeutung und wird zur Floskel. Wenn Ihr Mitarbeiter allerdings eine Aufgabe einmal besonders gut gemacht, sich besonders angestrengt oder einem anderen Mitarbeiter helfend zur Seite gestanden hat, dann sollten Sie Ihm das auch sagen. Die richtige Wertschätzung Ihrer Mitarbeiter kann wahre Wunder bei der Motivation bewirken.

Anders herum kann auch die richtige Herangehensweise bei einer schlechten Leistung, zur Verbesserung genutzt werden. Weisen Sie Ihre Mitarbeiter klar auf deren Fehler hin und erläutern Sie ihnen Ihre Erwartungen, aber achten Sie dabei darauf, dass Ihre Mitarbeiter auch nachvollziehen können was genau falsch gelaufen ist und wie sie dies in Zukunft vermeiden können. Versuchen Sie Ihre Kritik generell immer konstruktiv zu äußern und achten Sie auf Ihren Ton. Bleiben Sie sachlich und suchen Sie das Gespräch unter vier Augen. Erwähnen Sie dabei ruhig auch anerkennend gute Leistungen Ihrer Mitarbeiter. Dadurch sind sie motiviert, die Fehler auszuräumen und wieder an diese anzuknüpfen.

6. Ziele setzten – Entwicklung fördern

Gerade bei neuen Mitarbeitern ist es wichtig, sich gemeinsam Ziele zu setzten. Wann sollte die Einarbeitung für welchen Bereich abgeschlossen sein? Was sind die Lernziele und welche Kompetenzen sollte der Mitarbeiter danach besitzen?

Doch auch langjährigen Mitarbeitern sollten Sie die Gelegenheit bieten sich beruflich weiterzuentwickeln. Schulungen und Weiterbildungsseminare eignen sich hier natürlich am besten. Allerdings können Sie auch intern die Entwicklung Ihrer Mitarbeiter fördern und gemeinsame Ziele setzten, indem Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geben verschiedene Kompetenzbereiche kennenzulernen und nach einer gewissen Zeit auch andere Mitarbeiter zu schulen.

So sorgen Sie einerseits dafür, dass Ihre Mitarbeiter mehr Abwechslung in Ihrem Beruf haben und motiviert bleiben und andererseits, dass Sie kompetente Mitarbeiter haben, auf die Sie sich in allen Bereichen verlassen können.

Fazit:

Wer gute Mitarbeiter sucht und diese auch halten möchte, steht nicht selten vor einer großen Herausforderung. Mit diesen Tricks sollte es Ihnen aber hoffentlich ein wenig leichter fallen. Haben Sie noch andere Tipps oder Anregungen für uns und unsere Community? Dann schreiben Sie uns doch gerne in den Kommentaren.